Der Name Hypnose ist von dem griechischen Wort „Hypnos“  der „Schlaf“ abgeleitet, dies führt oft zu der irreführenden Annahme, dass es sich bei der Hypnose um eine Form des

Schlafes handelt. Der veränderte Zustand während einer Hypnose hat tatsächlich Ähnlichkeit  mit dem des Schlafes. Messungen der Gehirnwellen jedoch zeigen, dass es sich in der Hypnose um einen Zustand handelt der sich sowohl vom Wach- als auch vom Schlafzustand unterscheidet.

Hypnose kann man folgendermaßen definieren: Es handelt sich um eine Form von fokussierter konzentrierter Aufmerksamkeit, die nach Innen gerichtet ist. Die Wahrnehmung des inneren Erlebens ist präsenter als die des äußeren. Das bewusste Erleben ist unterdrückt,  man denkt in Bildern oder Gefühlen und der Zugang zum Unterbewussten ist offen.

Eine notwendige Voraussetzung hierfür ist die Bereitschaft sich hypnotisieren zu lassen. Hypnose ist ein freiwilliger Vorgang, bei dem der Wille nicht gegen innere Widerstände des Klienten beeinflusst werden kann. Suggestionen werden nur dann übernommen, wenn eine Übereinstimmung mit den eigenen Zielen und Werten besteht. Weiterhin muss eine gewisse Fähigkeit, sich von einer Vorstellung „absorbieren“ zu lassen, vorhanden sein (Suggestibilität). Das ist nicht bei allen Menschen gleich. Wenn ein Mensch alles Emotionale als Bedrohung empfindet, und sich daher stark kontrolliert, wird er sich einer Suggestion eher verweigern.

Es muss ein Rahmen gegeben sein, in dem die Person bereit ist, die Überprüfung der Realität abzugeben (Psychotherapie; oder auch unter dem äußeren sozialen Druck einer Bühnenhypnose.

Das Ziel der therapeutischen Hypnose ist, abgespaltene Ressourcen über die Tranceerfahrung wieder zugänglich und damit nutzbar zu machen. Dies geschieht über eine Vielzahl von Techniken, wie Dissoziation, Assoziation, Konfussion, Umdeutung, Neuorganisation.

Therapeutische Hypnose liefert die Rahmenbedingungen, dass der begrenzte Alltagskontext für den Zweck der Problemlösung verlassen werden kann und stellt einen Kontext bereit, in dem Begrenzungen leichter als im Alltagsbewusstsein überschritten werden können.

Der Therapeut leitet und führt den Klienten, so dass innere Suchprozesse angeregt werden und der Klient zu den eigenen Ressourcen findet. Dinge können sich neu ordnen und bestimmte Schlüsselszenen bearbeitet werden. Lösungen und Alternativen werden im Zustand der Hypnose gefunden, die in wirklichem Einklang mit den inneren Wünschen und Bedürfnissen stehen.

Wer ist hypnotisierbar?
Allgemein kann gesagt werden: 80 % aller Menschen lassen sich gut hypnotisieren und nur 20 % sind schwer oder gar nicht hypnotisierbar. Voraussetzung für die Hypnose ist Konzentrationsfähigkeit und normale Intelligenz.

Der Zustand von Hypnose und Trance ist eine natürliche Fähigkeit des Menschen. Im täglichen Leben begegnen wir immer wieder hypnoseähnlichen Trancezuständen. Das ist immer dann der Fall, wenn unsere gesamte Aufmerksamkeit so sehr auf eine bestimmte Sache gerichtet ist, dass wir alles andere um uns herum vergessen. So auch der angenehmen Dämmerzustand kurz vor dem Einschlafen, die Selbstvergessenheit bei längerem Joggen oder intensivem Tanzen. Oder bei einer längeren Autofahrt, wo man das Zeitgefühl völlig verloren hatte und plötzlich am Ziel war, ohne zu wissen wie man dort hingekommen ist.

Bernhard Tille – Hypnosis-Master-Trainer (WHO) Bad Homburg.