In multikausalen, offenen Systemen (z.B. der Mensch an sich, ein Team etc.) ist es meist schwierig, Ereignisse und auf ihnen basierenden Folgeereignissen als Ursache- Wirkungsprinzipien zu

definieren. Die Frage, wer angefangen hat ist für Konflikte im Regelfall nicht lösbar. Kleine Ereignisse führen zu größeren Ereignissen, und die Eskalationsspirale nimmt ihren Lauf. Die subjektive Begründungssemantik, notfalls zurück bis zum Urknall, führt weiter in polare und unüberbrückbare Reaktionen.

Das Bild der Möbiusschleife kann dies exemplarisch darstellen. Die Möbiusschleife ist ein ringförmig in sich verdrehtes Band, bei dem die Frage was Vorderseite und was Rückseite ist, unlösbar ist.

In erster Linie viel sinnvoller als die Frage nach dem Schuldigen oder Verursacher (Warum-Fragen: Warum ist es zu X gekommen?) ist deshalb der Ausstieg aus der Schleife mit lösungsorientierten Fragen (Wie machen wir es besser?).

Die unsinnige Suche nach Sündenböcken sollte durch eine sinnvolle Suche nach guten Lösungen ersetzt werden. Diese Erkenntnis wird in allen lösungsorientierten Beratungs- und Therapieformen (z.B. Coaching. Mediation, Kurzzeit-Psychotherapie) berücksichtig.

Ein bildhaftes Beispiel hierzu aus der Psychotherapie:
Wenn ein Mensch, der nicht schwimmen kann in einen reißenden Fluss gefallen ist, und zu ertrinken droht, macht die Frage wie komme ich wieder raus mehr Sinn, als zu ergründen, wieso bin ich hineingefallen.